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Energieversorgung und Energiehandel

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Energieversorgung

Unter Energieversorgung versteht man die Belieferung von Industrie, privaten Haushalten, Handel und Gewerbe mit Energieträgern durch Energieversorger. In Deutschland handelt es sich hierbei vornehmlichum die Energieträger Erdgas und Strom. Die deutsche Energieversorgung ist bei Gas und Stom mehrstufig organisiert und durch eine vielfältige Anbieterstruktur gekennzeichnet.

Bei der Stromversorgung sind alle großen deutschen wie in Deutschland tätigen internationalen Energieunternehmen beiteiligt. Die Energieversorgung findet aber ebenso auf der Ebene der regionalen wie lokalen Stromversorger statt.

Die Anzahl potentieller Arbeitgeber im Bereich der Stromversorgung in Deutschland ist groß, wenn man bedenkt, daß es in Deutschland etwa 1.100 Unternehmen gibt, die in diesem Bereich aktiv sind. Die Aufteilung sieht aus wie folgt: 50 reine Stromerzeuger, 4 große Verbundunternehmen, 66 regionale Stromversorger, 25 größere Stadtwerke, 700 mittelgroße und kleinere Stadtwerke, 100 kleine private Versorger sowie etwa 150 Ökostromanbieter. (Quelle: BDEW)

In Deutschland sind über 700 Gasversorgungsunternehmen (GVU) tätig. Das Versorgungssystem ist im Wesentlichen dreistufig aufgebaut. Unternehmen der importierenden Ferngasstufe sind E.ON Ruhrgas, Wingas (BASFTochter mit Gasprom-Beteiligung), Exxon Mobil und Shell (ehemals BEB), Verbundnetz Gas (VNG/Leipzig) und RWE (über ehemalige Thyssen-Gas). E.ON Ruhrgas deckt den deutschen Gasbedarf zu ca. 55 %. Ca. 30 regionale Gasversorgungsunternehmen und rund 700 lokale Endverteiler sorgen für die Verteilung des Gases an die Endkunden. Allerdings gibt es keine eindeutigen Abgrenzungskriterien für die einzelnen Stufen. Ferngasunternehmen beliefern nicht nur regionale Weiterverteiler, sondern auch lokale GVU (Stadtwerke) und Industriekunden. Größere lokale GVU beliefern nicht nur Endverbraucher, sondern sind teilweise auch in der regionalen Weiterverteilung tätig.

Absolventen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen (Betriebswirte, Volkswirte, Kaufleute), finden in den Unternehmen der Energieversorgung vor allen Dingen in den Bereichen Finanzen, Controlling, Personal, Einkauf, Marketing, Vertrieb und Kundenmanagement ihren Einsatz.

Ingenieure der Fachrichtungen Energietechnik, Chemie, Produktionstechnik, Anlagentechnik, Elektrotechnik, Mechatronik, Verfahrenstechnik, Nachrichtentechnik, Versorgungstechnik, Maschinenbau, Architektur und Bauwesen finden zahlreiche spannende Herausforderungen als Projektingenieure, Verfahrensingenieure, Betriebsingenieure, Planungsingenieure, Konstruktionsingenieure in den Bereichen Anlagenplanung, Anlagenbetrieb, Konstruktion, technischer Einkauf, Umweltschutz, Sicherheit, Wartung und Instandhaltung und Engineering. 

Energiehandel

Der Energiehandel findet abhängig vom Energieträger an Börsen statt oder folgt wie Erdöl und Erdgas den Vorgaben der großen Förderländer, die über ein Teilmonopol verfügen und daher auch die Preisbildung vornehmen. Ein echter Energiehandel findet nur beim Strom an sogeannten Strombörsen statt. Eine Strombörse ist ein organisierter Markt für Strom, der ähnlich wie eine Wertpapierbörse funktioniert. Als Produkte werden zeitlich abgegrenzte Mengen an Strom gehandelt. Die Vorreiterrolle in diesem Bereich der europäischen Strombranche hat die skandinavische Strombörse Nord Pool übernommen, die durch die frühe Liberalisierung des Strommarktes in Skandinavien im Jahr 1993 entstanden ist. Im Jahr 2000 wurde die Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Frankfurt am Main und die Leipzig Power Exchange (LPX), die im Jahr 2002 zur EEX mit Sitz in Leipzig fusionierten (Leipziger Strombörse)gegründet.

Am so genannten Terminmarkt, an dem Strom für die nächsten Jahre gehandelt wird, kann ein Erzeuger die zukünftige Erzeugung seiner Kraftwerke zu einem heute bekannten Preis verkaufen und so seine Rohmarge sichern. Während der Terminmarkt zur langfristigen Absicherung von Erzeugung und Bedarf dient, wird der sogenannte Spotmarkt genutzt, um das Erzeugungs- oder Absatz-/Verbrauchsportfolio für den in der Regel nächsten Tag zu optimieren. Im Intradaymarkt werden nach Schluss des Day-Ahead-Handels noch kurzfristige Geschäfte getätigt, um beispielsweise auf Abweichungen der Last von der Prognose oder auf Ausfälle von Kraftwerksblöcken reagieren zu können und die Fahrplanabweichung zu reduzieren.

An diesen Börsen arbeiten in der Regel wenig Spezialisten, die über Erfahrung im Handel verfügen. Vornehmlich sind das Absolventen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen oder erfahrene Banker.